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burim:heizung:normen

Welche Fittings dürfen für Trinkwasser angewendet werden?

Für Trinkwasserinstallationen dürfen nur zugelassene und hygienisch einwandfreie Fittings verwendet werden. Die Anforderungen und Regelungen dafür sind in den jeweiligen nationalen und internationalen Normen festgelegt. In Deutschland beispielsweise gelten die Vorgaben der DIN 1988, DIN EN 12502 und der Trinkwasserverordnung (TrinkwV). Folgendes ist zu beachten:

1. Materialien für Trinkwasserfittings

  • Edelstahl (z. B. 1.4401, 1.4301): Korrosionsbeständig und hygienisch sicher.
  • Messing: Muss bleiarm (< 0,2 % Blei) oder bleifrei sein, da Blei im Trinkwasser gesundheitsschädlich ist.
  • Kupfer: Zulässig, aber in weichen oder aggressiven Wässern problematisch (z. B. pH-Wert beachten).
  • Kunststoffe: Müssen für Trinkwasser zugelassen sein (z. B. PE, PEX, PB).

2. Zulassungen

  • Fittings müssen eine DVGW-Zulassung (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches) oder eine vergleichbare europäische Zulassung (z. B. KIWA, WRAS) haben.
  • Materialien und Fittings dürfen keine gesundheitsschädlichen Stoffe an das Trinkwasser abgeben.

3. Typen von Fittings

  • Pressfittings (z. B. Edelstahl, Kupfer, Kunststoff)
  • Schraubfittings (für Demontierbarkeit, v. a. bei Kunststoffrohren)
  • Lötfittings (für Kupferrohre, bei hohen Temperaturen sicher)

4. Hygienische Anforderungen

  • Materialien und Oberflächen müssen glatt und korrosionsbeständig sein, um die Bildung von Biofilmen und Verkeimung zu verhindern.
  • Es dürfen keine Materialien verwendet werden, die den Geschmack, Geruch oder die Farbe des Trinkwassers beeinflussen.

Fazit

Die Auswahl geeigneter Fittings hängt von der Wasserqualität, den verwendeten Rohrsystemen und den geltenden Normen ab. Achten Sie stets auf die entsprechenden Zulassungen und Kennzeichnungen, um die Sicherheit des Trinkwassers zu gewährleisten.

Wie sieht es aus mit Rotguss?

Rotguss ist ein häufig verwendetes Material in Trinkwasserinstallationen, da es eine sehr gute Korrosionsbeständigkeit und hygienische Eignung aufweist. Hier sind die wichtigsten Punkte dazu:

1. Was ist Rotguss?

  • Rotguss ist eine Kupferlegierung, die hauptsächlich aus Kupfer (Cu), Zink (Zn) und Zinn (Sn) besteht.
  • Typische Bezeichnungen sind CuSn5Zn5Pb2 oder CuSn7Zn4Pb6.

2. Vorteile von Rotguss

  • Hygienisch unbedenklich: Rotguss ist für Trinkwasser zugelassen, sofern es die geltenden Grenzwerte für Blei einhält.
  • Korrosionsbeständigkeit: Resistent gegenüber Korrosion, auch in aggressiven Wässern.
  • Langlebigkeit: Sehr robust und mechanisch belastbar.
  • Flexibilität: Geeignet für Kalt- und Warmwasserinstallationen.

3. Zulassungen und Regelungen

  • Rotguss-Fittings müssen die Vorgaben der DIN EN 1982 und der UBA-Positivliste erfüllen.
  • Der Bleigehalt darf maximal 0,2 % betragen.
  • Produkte sollten eine DVGW-Zulassung besitzen.

4. Einschränkungen

  • Wasserqualität prüfen: Bei weichem Wasser (niedriger pH-Wert) kann es zu Metallfreisetzungen kommen.
  • Bleigehalt beachten: Ältere Fittings können problematisch sein.

Fazit

Rotguss ist ein bewährtes Material für Trinkwasserinstallationen. Es ist wichtig, nur Fittings zu verwenden, die den aktuellen Normen und Grenzwerten entsprechen.

Wie sieht es aus mit Heizungswasser?

Für Heizungswasser eignet sich Rotguss ebenfalls sehr gut. Es gibt jedoch einige wichtige Aspekte zu beachten:

1. Vorteile von Rotguss im Heizungswasser

  • Hohe Korrosionsbeständigkeit: Auch bei hohen Temperaturen resistent.
  • Langlebigkeit: Fittings und Armaturen aus Rotguss halten lange.
  • Kompatibilität: Geeignet für schwankende Wasserqualität (z. B. pH-Wert, Sauerstoffgehalt).
  • Beständig gegen Belastungen: Hält thermischen und mechanischen Schwankungen stand.

2. Wichtige Aspekte bei Heizungswasser

  • Elektrochemische Korrosion vermeiden: Bei unterschiedlichen Metallen kann es zu Kontaktkorrosion kommen.
  • Heizwasseraufbereitung:
    • pH-Wert: Zwischen 7 und 8,5 gemäß VDI 2035.
    • Sauerstoffgehalt: Minimal halten, da Sauerstoff Korrosion fördert.
    • Härtegrad: Entmineralisiertes Wasser oder geringe Härte vermeiden Kalkablagerungen.

3. Einschränkungen

  • Kontakt mit Aluminium: Bei Aluminium-Komponenten sind Wechselwirkungen möglich.
  • Chemische Zusätze: Verträglichkeit von Zusätzen (z. B. Frostschutz) prüfen.

Fazit

Rotguss ist ideal für Heizungswasser geeignet. Die Vorschriften sind lockerer als bei Trinkwasser, aber korrekte Wasseraufbereitung und Materialien sind wichtig, um Schäden zu vermeiden.

Gelten andere lockere Vorschriften beim Heizungswasser?

Ja, die Vorschriften für Heizungswasser sind weniger streng als für Trinkwasser:

1. Vorschriften und Richtlinien

  • VDI 2035 und DIN EN 12828 definieren Grenzwerte für:
    • pH-Wert: 7–10, je nach Material der Anlage.
    • Härtegrad: Möglichst gering, um Kalk zu vermeiden.
    • Sauerstoffgehalt: Minimal halten.

2. Unterschiede zu Trinkwasser

  • Korrosionsschutzmittel: Zulässig, um Schäden zu vermeiden.
  • Materialvielfalt: Unterschiedliche Materialien (z. B. Stahl, Aluminium, Kupfer) sind erlaubt.
  • Hygieneanforderungen: Heizungswasser muss nicht hygienisch einwandfrei sein.

3. Besondere Freiheiten

  • Materialwahl: Unlegierter Stahl, Rotguss und andere Materialien sind zulässig.
  • Füllwasseraufbereitung: Entmineralisierung nur bei Bedarf.
  • Zulassungen: Keine DVGW-Zulassungen nötig.

4. Risiken

  • Korrosion, Kalkablagerungen und Schlammbildung können bei Vernachlässigung der Wasserqualität auftreten.

Fazit

Die Vorschriften für Heizungswasser sind lockerer, doch Wasseraufbereitung und korrekte Installation nach VDI 2035 sind entscheidend, um die Anlage effizient und langlebig zu halten.

burim/heizung/normen.txt · Last modified: 2025/01/24 17:29 by burim

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